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Wie lässt sich ein Schwimmbecken in ein abschüssiges Hotelgelände integrieren, ohne die Landschaft zu beeinträchtigen?

Wie lässt sich ein Schwimmbecken in ein abschüssiges Hotelgelände integrieren, ohne die Landschaft zu beeinträchtigen?

Ein abfallendes Hotelgrundstück kann zu Beginn eines Projekts vor allem als Komplikation erscheinen. Es bringt eine anspruchsvollere Gründung, unterschiedliche Höhenniveaus, komplexere Entwässerungslösungen und die Frage der bequemen Fortbewegung der Gäste auf dem Gelände mit sich. Gerade am Pool kann sich das natürliche Gefälle des Geländes jedoch in einen der Hauptvorteile des gesamten Entwurfs verwandeln.

Der Pool muss nämlich nicht auf einer künstlich geschaffenen, in den Hang eingeschnittenen Ebene liegen. Stattdessen kann er die natürliche Topografie des Grundstücks respektieren – teilweise in das Gelände eingelassen werden, nahtlos an die Hotelterrassen anschließen, mit dem Überlauf in Richtung Landschaft geöffnet werden oder mehrere Höhenebenen des Wellnessbereichs miteinander verbinden.

Das Grundprinzip ist dabei einfach: Nicht das Grundstück an den Pool anpassen, sondern den Pool an den Charakter und die Logik des jeweiligen Ortes anpassen.

Das Gelände als Ausgangspunkt für den architektonischen Entwurf

Die erste Frage sollte daher nicht nur lauten, wo der Pool platziert werden kann.

Viel wichtiger ist es, zunächst das Grundstück selbst zu verstehen. In welche Richtung fällt es von Natur aus ab? Von wo aus eröffnen sich die interessantesten Ausblicke? Wie fließt das Wasser durch das Gelände? Und woher kommen die Gäste aus dem Hotel oder dem Wellnessbereich?

Die aktuellen Prinzipien der nachhaltigen Standortplanung empfehlen, die ursprüngliche Topographie und Vegetation so weit wie möglich zu erhalten und unnötig umfangreiche Landschaftsbauarbeiten zu vermeiden. Wenn eine Geländemodellierung erforderlich ist, sollten neue Terrassen und Hänge allmählich und natürlich an das vorhandene Relief anschließen. Es sollte keine scharfe Grenze zwischen der Architektur und der umgebenden Landschaft entstehen.

Im Falle eines Hotelpools ist es daher oft sinnvoller, das gesamte Projekt in mehrere Höhenebenen zu unterteilen, anstatt eine einzige große horizontale Plattform zu schaffen.

Ein solcher Ansatz hat noch einen weiteren Vorteil. Vom umliegenden Gelände aus betrachtet kann das gesamte Objekt deutlich kleiner wirken, als es seiner tatsächlichen Größe entspricht.

Teilweise in das Gelände eingelassener Pool

Eine natürliche Möglichkeit, mit einem Hanggrundstück umzugehen, ist ein Pool, dessen oberer Teil in das Gelände integriert ist, während sich die Unterseite allmählich zur Landschaft hin öffnet.

Es ist dann nicht erforderlich, den gesamten Hang wesentlich umzugestalten. Die Konstruktion des Pools selbst kann dazu beitragen, den vorhandenen Höhenunterschied zu überbrücken.

Auf der höher gelegenen Seite kann die Wasserfläche direkt an die Hotel- oder Wellnessterrasse anschließen. Nach unten hingegen eröffnet sich die Möglichkeit, einen Überlauf, eine Glaswand oder eine optisch leichte Fassade der Konstruktion zu nutzen.

Ein ähnliches Prinzip wurde auch bei der Realisierung des Edelstahlpools IMAGINOX in hügeligem Gelände angewandt. Eine Seite des Pools ist direkt in den Hang integriert, während die andere frei zugänglich bleibt. Der Höhenunterschied war hier kein zu beseitigendes Hindernis, sondern wurde Teil der architektonischen Lösung selbst.

Das gleiche Prinzip kann bei Hotelprojekten auch in größerem Maßstab angewendet werden. Ein typisches Beispiel ist eine teilweise in den Hang eingelassene Wellness-Terrasse, die sich nur in eine Richtung öffnet – zum Panoramablick.

Anstelle einer großen Fläche mit Terrassen arbeiten

Die Nivellierung eines Hanggrundstücks auf eine einzige horizontale Ebene erfordert in der Regel einen erheblichen Aufwand an Aushubarbeiten, Aufschüttungen und Stützmauern.

Eine sensiblere Lösung kann darin bestehen, die einzelnen Funktionen auf mehrere kleinere Terrassen zu verteilen.

Auf der obersten Ebene kann sich beispielsweise die Hotelterrasse befinden, darunter der Ruhe- und Wellnessbereich und noch weiter unten der Pool selbst. Dadurch konzentriert sich der Höhenunterschied nicht auf eine einzige massive Stützmauer, sondern verteilt sich auf natürliche Weise auf die einzelnen Teile der Architektur.

Dieser Ansatz wird im Mohr Life Resort im österreichischen Tirol gut veranschaulicht. Der neu errichtete Wellnessbereich entstand hier an einem leichten Hang unter dem ursprünglichen Hotel und ist in zwei Höhenebenen unterteilt. Laut den Architekten war es gerade der Höhenunterschied zwischen diesen Ebenen, der es ermöglichte, den Pool auf natürliche Weise in die Gesamtanlage des Wellnessbereichs zu integrieren.

Noch ausgeprägter ist der Umgang mit der Topografie im Puradies Nature Resort in Leogang. Die Grundrisse des neuen Wellnessbereichs folgen dem natürlichen Gelände und die Gründächer gehen nahtlos in die umliegenden Wiesen über. Obwohl der neue Teil des Resorts mehr als 3.000 m² einnimmt, verschwindet er aus manchen Blickwinkeln fast in der umliegenden Landschaft.

Für den Hotelentwickler ergibt sich daraus eine wichtige Schlussfolgerung: Ein größerer Wellnessbereich muss nicht automatisch einen größeren visuellen Eingriff in die Landschaft bedeuten.

Ein Infinity-Pool sollte aus dem Gelände herauswachsen und nicht nur ein Effekt sein

Ein Hanggrundstück bietet naturgemäß die Möglichkeit, einen Infinity- oder Negative-Edge-Pool zu bauen. Gerade bei ähnlichen Projekten kann jedoch leicht eine Lösung entstehen, bei der der Infinity-Rand nur als optisch ansprechender Effekt verwendet wird.

Ein hochwertiges Design eines Infinity-Pools sollte in erster Linie auf der Aussicht basieren.

Der Überlauf sollte an eine bestimmte Sichtachse anknüpfen – zum Beispiel an den Horizont eines Tals, des Meeres, eines Waldes oder eines Gebirgsmassivs. Wenn die Position der Person, der Wasserstand und der Beckenrand richtig aufeinander abgestimmt sind, kann die Konstruktion selbst optisch verschwinden und die Wasserfläche beginnt, wie eine weitere Schicht der umgebenden Landschaft zu wirken.

Mit anderen Worten, die Position des Überlaufs sollte durch die Aussicht bestimmt werden. Es sollte nicht umgekehrt sein.

TIPP: Inspiration kann ein verglaster Infinity-Pool sein, der in ein leicht abfallendes Gelände integriert ist.

Der unsichtbare Teil des Entwurfs ist genauso wichtig wie der Pool selbst

Einer der häufigsten Fehler beim Einbau eines Pools in einen Hang entsteht unterhalb des Geländeniveaus. Ein Pool ist eine große, mit Wasser gefüllte Konstruktion, und sein Verhältnis zur Geologie des Grundstücks, zu den Fundamenten, zum Grundwasser und zu den Stützkonstruktionen muss von Beginn des Projekts an berücksichtigt werden.

In geneigtem Gelände können die Erddrücke an der Ober- und Unterseite der Poolkonstruktion erheblich voneinander abweichen. Darüber hinaus kann der Pool selbst sowohl Oberflächen- als auch Grundwasser aufnehmen, das auf natürliche Weise den Hang hinabfließt.

Daher sollten das geotechnische Profil des Grundstücks, die Hangstabilität, die Gründungsmöglichkeiten und das Grundwasserregime bekannt sein, bevor der Standort endgültig festgelegt wird.

Auch der Pool, das Hotelgebäude, die Terrasse und die Stützmauern müssen nicht auf die gleiche Weise gegründet werden und können sich im Laufe der Zeit unterschiedlich verformen. Es ist daher notwendig, ihre gegenseitigen konstruktiven Verbindungen bereits in der Entwurfsphase genau zu bestimmen, und nicht erst während der eigentlichen Umsetzung.

Daraus ergibt sich für den Architekten eine einfache Regel:

Der Geotechniker und der Poolspezialist sollten bereits vor der endgültigen Festlegung der Lage und des Höhenniveaus des Pools in das Projekt einbezogen werden.

Entwässerung als Teil der architektonischen Lösung

Auf einem abschüssigen Grundstück ist es nicht nur wichtig, sich um das Wasser im Schwimmbecken zu kümmern. Aus konstruktiver Sicht kann das Wasser, das durch das umliegende Gelände fließt, ein noch größeres Problem darstellen.

Regenwasser, das den Hang hinunterfließt, kann die Belastung der Stützkonstruktionen erhöhen, zur Wassersättigung des Bodens führen und langfristig die Stabilität des Bereichs um den Pool herum beeinträchtigen.

Bei steileren Grundstücken empfiehlt die EPA daher, den Oberflächenabfluss zu verlangsamen und beispielsweise durch Terrassen, Vegetationsrinnen oder andere Elemente zu steuern, die die Fließgeschwindigkeit des Wassers verringern.

Diese Elemente müssen dabei nicht als sichtbare technische Infrastruktur wirken

Das Entwässerungssystem kann beispielsweise in Vegetationsstreifen, Kiesgärten, Terrassenränder oder Retentionsflächen integriert werden. Die technische Lösung kann somit gleichzeitig als natürlicher Bestandteil der Landschaftsgestaltung fungieren.

Gleichzeitig müssen drei separate Systeme klar voneinander getrennt werden: die Pooltechnik, das Oberflächen-Regenwasser und das vom Hang kommende Grundwasser.

Wenn mit der Planung ihrer Leitungen erst nach Abschluss der Architekturstudie begonnen wird, kann es erforderlich sein, in bereits entworfene Konstruktionen oder Landschaftsgestaltungen einzugreifen.

Die technischen Einrichtungen können versteckt werden, müssen aber zugänglich bleiben

Jeder Hotelpool erfordert eine entsprechende technische Ausstattung. Dazu gehören die Filtration, die Rohrleitungen, der Ausgleichsbehälter des Überlaufsystems sowie ausreichend Platz für die regelmäßige Wartung.

Ein Hanggrundstück bietet in dieser Hinsicht einen praktischen Vorteil: Ein großer Teil der Technik kann auf natürliche Weise im Höhenunterschied versteckt werden.

Der Technikraum kann unter der Poolterrasse, im Untergeschoss des Gebäudes oder direkt in dem durch die natürliche Neigung des Grundstücks entstandenen Bereich untergebracht werden.

Bei einer der Realisierungen eines IMAGINOX-Edelstahlpools wurde die Technik beispielsweise in einem Schacht unter der Terrassenverkleidung untergebracht. Der natürliche Höhenunterschied bot somit den notwendigen Technikraum, ohne dass im Garten ein zusätzliches, separates Gebäude errichtet werden musste.

Im Hotelbetrieb muss jedoch auch an den Servicezugang gedacht werden.

Der Techniker, der die regelmäßige Wartung durchführt, sollte nicht durch den für die Gäste bestimmten Entspannungsbereich gehen. Ein gut gestaltetes Hotel trennt daher bereits in der architektonischen Studie den Gästefluss vom Servicefluss.

Ein Pool sollte die Vegetation, die dem Ort seinen Charakter verleiht, nicht ersetzen

Eine der schnellsten Möglichkeiten, einem Resort seine ursprüngliche Identität zu nehmen, besteht darin, während des Baus die vorhandene Vegetation zu entfernen und sie nach der Fertigstellung durch einen universellen Hotelgarten zu ersetzen.

An sensiblen Standorten ist es ratsam, umgekehrt vorzugehen

Zunächst sollten wertvolle Bäume, Vegetationsgruppen, Felselemente und andere Teile des Grundstücks identifiziert werden, die seinen Charakter prägen. Erst danach ist es möglich, den Pool und die damit verbundenen Einrichtungen sensibel zwischen ihnen einzufügen.

Die Sustainable Sites Initiative weist darauf hin, dass weder ausgewachsene Vegetation noch natürlich entwickelter Boden einfach durch Neuanpflanzungen ersetzt werden können. Ihre ökologischen und mikroklimatischen Eigenschaften entwickeln sich über Jahrzehnte.

Die aktuellen GSTC-Kriterien für Hotels empfehlen außerdem, Eingriffe in natürliche Ökosysteme zu minimieren und bei Neuanpflanzungen autochthone oder endemische Arten zu bevorzugen.

In der unmittelbaren Umgebung des Pools kann dies bedeuten, die Anzahl der Zierbeete zu reduzieren und stärker auf die Vegetation zu setzen, die bereits auf dem jeweiligen Hang natürlich wächst.

luxuriöser, verglaster Edelstahl-Pool

Die Materialwahl sollte den Pool mit seiner Umgebung verbinden

Je ausgeprägter der Charakter der umgebenden Landschaft ist, desto weniger Materialien werden in der Regel für das Projekt benötigt.

Ein Pool in einer hügeligen Hotelanlage kann sehr gut mit einer begrenzten Auswahl an Hauptoberflächen funktionieren, beispielsweise mit einer Kombination aus Wasser, Grün, lokalem Stein, Holz und gegebenenfalls Sichtbeton oder Edelstahl.

Das Material der Stützkonstruktionen kann sich am geologischen Charakter des Standorts orientieren. Dank ihrer klaren Kanten muss die Edelstahl-Poolwanne wiederum nicht visuell mit ihrer Umgebung konkurrieren und kann eher als neutrale Wasserfläche denn als markantes Bauelement wirken.

Auch das Hotel Bergwelt Grindelwald wurde so konzipiert, dass es sich natürlich in die Umgebung der Schweizer Alpen einfügt und den Charakter der Landschaft und der lokalen Architektur respektiert. Es geht jedoch nicht darum, die Umgebung buchstäblich zu kopieren.

Es kann effektiver sein, die Anzahl der miteinander konkurrierenden Elemente zu begrenzen und die Hauptrolle dem Gelände selbst, der Vegetation, dem Wasser und der Aussicht zu überlassen.

Wichtig ist auch der Blick von der Landschaft zum Pool

Bei der Gestaltung eines Hotelpools wird in der Regel viel Wert darauf gelegt, was der Gast von seinem Platz am Wasser aus sehen wird.

Bei einem Resort in offener Landschaft ist es jedoch ebenso wichtig, das Design auch von der anderen Seite zu betrachten. Wie wirken Pool und Wellnessbereich, wenn man sie vom Tal, vom gegenüberliegenden Hang oder von der Zufahrtsstraße aus betrachtet?

Eine große, helle Poolwanne, eine hohe Stützkonstruktion oder Tausende von Quadratmetern Terrassen können in offener Landschaft auch aus großer Entfernung sichtbar sein.

Das Projekt sollte daher nicht nur anhand des Grundrisses oder aus der Perspektive einer Person, die sich am Pool aufhält, beurteilt werden. Ebenso wichtig sind Fernblicke und Schnitte, die durch die gesamte Landschaft führen.

Gerade die visuelle Auswirkung auf die Umgebung gehört ebenfalls zu den Bereichen, deren Bewertung das GSTC bereits bei der Standortwahl und während der Planung des Hotelprojekts empfiehlt.

Auch bei einem terrassierten Konzept muss die Barrierefreiheit gewährleistet sein

Die terrassenförmige Anordnung des Resorts bringt eine wichtige Herausforderung mit sich – die Entstehung einer größeren Anzahl von Höhenebenen.

Schon der Weg des Gastes zum Pool kann Teil des architektonischen Erlebnisses sein. Das Design kann Treppen, Durchblicke und eine schrittweise Öffnung des Blicks auf die umliegende Landschaft nutzen. Gleichzeitig muss der Hauptwellnessbereich aber auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität bequem zugänglich bleiben.

Das GSTC zählt die Barrierefreiheit der Hotelausstattung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen direkt zu den Kriterien für nachhaltiges Design.

Rampen, Aufzüge und andere barrierefreie Wege sollten daher nicht als zusätzliche technische Maßnahmen entstehen, die erst am Ende des Projekts hinzugefügt werden. Sie müssen von Anfang an Teil desselben terrassierten Konzepts sein wie der Pool und der Wellnessbereich.

Das Gelände weniger verändern, die Architektur stärker anpassen

Die beeindruckendsten Edelstahlpools in hügeliger Landschaft entstehen in der Regel nicht, indem ein Teil des Hanges abgetragen und an seiner Stelle eine große ebene Terrasse geschaffen wird.

Ein viel natürlicheres Ergebnis entsteht, wenn sich die Architektur an die Höhenlinien anpasst, der Pool den vorhandenen Höhenunterschied nutzt und die technischen Einrichtungen direkt in das Gelände integriert werden.

Für den Bauträger kann dieser Ansatz in den ersten Projektphasen eine komplexere Koordination bedeuten. Langfristig kann er jedoch zu einem wertvolleren Ergebnis führen.

Das Hotel wirkt dann nicht wie ein in die Landschaft gesetztes Objekt, sondern eher wie ein Gebäude, das auf natürliche Weise aus ihr herauswächst. Und gerade der Pool kann das Element sein, an dem sich diese Verbindung am deutlichsten manifestiert.

Denn die Wasseroberfläche muss nicht nur ein Beiwerk der Landschaft sein.

Sie kann als ihre natürliche Fortsetzung wirken.

Quellen

https://stg.wbdg.org/do/sustainable/optimize-site

https://www.archdaily.com/928668/mohr-life-resort-noa-star-network-of-architecture

https://www.archdaily.com/1004216/puradies-nature-resort-noa-star-network-of-architecture

https://www.sustainablesites.org/uconn-stem-research-center-science-1

https://www.gstc.org/gstc-criteria/gstc-inDustry-criteria-for-hotels/